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About michaelfrenzel

Michael Frenzel ist Vorsitzender des SPD Ortsverein Porz-Mitte/Zündorf/Langel und ist seit 1996 in verschiedenen Funktionen in der Öffentlichkeitsarbeit eines Internetunternehmens tätig.

Wenn der Bischof die Hose runterlässt

Mit dem „Tagesschaum“ soll am 11. Juni im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen eine neue Meinungssendung an den Start gehen. Dass neben dem inzwischen graubärtigen TV-Bärbeißer Friedrich Küppersbusch der Blogger und Medienkritiker Stefan Niggemeier sein TV-Debüt geben wird, verspricht einigen unterhaltsamen Sprengstoff. Wenn ich einen Wunsch anmelden darf, dann wäre dies wohl ein Interview mit Markus Lanz zu dessen aktuellen Ängsten und Aggressionen.  

Küppersbuschs Ruhm begründet sich ja vor allem auf seine Tätigkeit beim Satire- und Politikmagazin „ZAK“ in den 1980er Jahren. Wenn wir aber schon in Erinnerungen schwelgen an Zeiten, als das Öffentlich-Rechtliche noch auf Zack war, sollten wir nicht vergessen, was der eigentliche Höhepunkt des Formates war. Ich denke da weniger an die zappelnden Handpuppen, sondern an die intimen Interviews des vor nunmehr zehn Jahren verstorbenen Wolfgang Korruhn. Unvergleichlich seine gestikreichen Anmoderationen vor dem Ort des Interviews. Sein oft beiläufiger direkter Blick in die Kamera, der den Zuschauer zum Komplizen macht. Das wie eine Lanze geführte Mikrophon, das er seinen Gesprächspartnern vor die Kehle hielt, um dann regelrecht in sie hineinzukriechen.  

Aus diesem Anlass hier meine persönlichen Top-10 seiner lehrbuchhaften Interviews, allesamt Sternstunden des Fernsehjournalismus. 

 
  1. Joschka Fischer gesteht auf der Kirchentreppe Ängste und Aggressionen und verweigert sich, Privateres zu beichten.
     
  2. Bundesministerin Irmgard Adam-Schwaetzer beweist, dass man nicht nicht kommunizieren kann. 
     
  3. Franz Beckenbauer „Der Kaiser“ schweigt im Hochsicherheitstrakt der Gladiatoren. 
     
  4. Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg wird ans Bank-Ende gedrängt und redet über das Töten, Aggression, Ängste, Schlafstörungen und autogenes Training. 
     
  5. Udo Jürgens rückt bei 1:59 weiter weg und gesteht Erlösungshoffnungen im Tode. 
     
  6. Hans-Jochen Vogel sucht intensiven Augenkontakt und bekennt sich zu Körpernähe und Prinzipien. 
     
  7. Eugen Drewermann zeigt im Leiden die Härte der Sanftmütigen. 
     
  8. Bischof Johannes Dyba erläutert die widernatürliche Unzucht der Homosexuellen. 
     
  9. Hildegard Knef bekennt sich zu Geldsorgen, Facelifting und Selbstmord. 
     
  10. Ernst-Dieter Lueg doziert vor Feuerlöscher über journalistische Tabus und Enthüllungsbüros. 
 

Zitat: „Jetzt ist das Interview mit Wolfgang Korruhn zu Ende.“ – „Nee, noch nicht ganz. Was macht Ernst-Dieter Lueg, wenn …“

 

Niggemeier, übernehmen sie. 

 

Vom Verleger zum Verlüger – Lobbyismus als Desinformationskampagne

Die deutschen Zeitungsverleger versuchen derzeit, ihren durch gesellschaftlichen Wandel verursachten Profitrückgang zu stoppen. Neben lauteren Lobby-Methoden setzt die Branche dabei vermehrt auf Protektionismus und Desinformation. 

Ein Beispiel dafür ist das jüngste gemeinsame Papier der Verbände BDZV und VDZ, welches im Internet (kostenlos) zum Download bereitsteht.  

Wer sich bisher gefragt hat, was denn nun über die schon gut geschützten Texte, Marken und gedruckten Zeitungen hinaus noch geschützt werden muss, erhält hier eine ebenso umfassende wie unaufrichtige Antwort zum Leistungsschutzrecht (LSR) für Verlage. 

Ziel eines neuen Rechts sei es demnach, den Verlegern eine Möglichkeit zu geben, ihre Rechte an „gewerbliche Kopisten im Internet“ zu lizensieren.  Continue reading